Raubmord Gruber

Wenn die Hinterkaifecker im Januar 1922 die Nachrichten aus Nah und Fern gelesen hätten, müsste ihnen folgende Meldung aufgefallen sein.

 

Neumarkt (Opf.) Auf dem Einödhof des Bauern Michael Gruber in Ellertshofen drangen 3 Banditen in das Haus und feuerten blind’lings auf die Inwohner. Die Tochter flüchtete sich unter den Tisch, wo sie ohnmächtig wurde. Der Sohn öffnete das Fenster und rief die Knechte, die sich im Stall befanden, zur Hilfe, worauf die Banditen den schwer verletzten Bauern in den Gang zerren und dort durch Schüsse vollends töteten. Hierauf ergriffen sie die Flucht.

Dienstag, den 24.01.1922

 

 

 Neumarkt. (Die Mordtat in Ollertshof aufgeklärt )

 

Am 21 Januar 1922 abends halb 8 Uhr sind drei vermummte Männer mit schussbereiten Revolvern unter „Hurra”- und „Hände hoch” Rufen in räuberischer Absicht in das Anwesen des Landwirts Michael Gruber der Einöde Ollertshof bei Neumarkt eingedrungen, haben sofort das Feuer gegen die in der Wohnstube versammelte Familie des Grubers eröffnet, wobei der Ökonom Gruber durch einen Schuss in die Brust und Schläge auf den Kopf getötet wurde. 

Während es dem Sohn des Gruber gelang, aus der Stube zu flüchten um aus dem Stall Hilfe herbeizuholen, sind die Täter, ohne ihr Ziel erreicht zu haben, unerkannt entkommen. Nachdem Inzwischen eine Reihe von Personen festgenommen wurde, gegen welche sich der Verdacht nicht bestätigt hat ist es nun mehr nach nahezu drei Jahren, der Kriminalpolizei Nürnberg gelungen, den Tätern auf die Spur zu kommen, sie auszumitteln und am 21. Oktober in Nürnberg festzunehmen, und zwar in der Person des verheirateten 21 jährigen Bauhilfsarbeiters I. Oser, des verheirateten 26 jährigen Sägers Egidius Windhager, der verheirateten 40 jährigen Bauarbeiters Heinrich Gundel und dessen 31 jährigen Ehefrau Ottilie Cäcilie, gen.Lucia Gundel von Nürnberg, letztere wegen Beihilfe (sie fertigte die von den Tätern verwendeten Gesichtsmasken an)

Die Täter begaben sich nach Verübung des Verbrechens in der Richtung gegen Neumarkt zu und wanderten am Ludwigskanal entlang nach Nürnberg. Sie haben bis auf einen bereits ein Geständnis abgelegt und werden dem Untersuchungsrichter Amberg überstellt.

 

Ingolstädter Anzeiger

Bd.: 3, 2. 1925

 

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