Gemeinde-Schreiber in Waidhofen

Das abwechslungsreiche Leben des Franz Xaver Dersch

Xaver Dersch war nach eigener Aussage in jungen Jahren bei einem Rechtsanwalt als Bürolehrling tätig. Ob er einen Berufs-Abschluss bei dem Rechtsanwalt gemacht hat geht aus seiner Aussage leider nicht hervor, später kam er nach Neufahrn und Regensburg scheinbar hat er es nirgends lange ausgehalten. Als alternative für Zivilversager bietet sich das Militär an, dort hat sich X. Dersch für zwölf Jahre verpflichtet. Er kam aber wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor ein Militärgericht und wurde nach zwei Jahren entlassen. Im ersten Weltkrieg wieder eingezogen beging er im Jahre 1916 seine zweite Unterschlagung und Urkundenfälschung, er wurde zu insgesamt sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Einen Teil der Strafe verbüßte er auf der Veste Oberhaus, dem bayerischen Alcatraz. Nach seiner Entlassung bei der Armee wollte er in die Reichswehr eintreten, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihn bei seinem Vorstrafenregister genommen hätten. Die nächste Chance bietet sich im Frühjahr 1919, da kam X. Dersch beim Freikorps Epp unter, bis zu dessen Auflösung im Oktober 1920. Das Freikorps Epp wurde aber schon im Mai 1919 aufgelöst und die Brigaden wurden von der vorläufigen Reichswehr übernommen, auch wurde das Freikorps Oberland und Bogendörfer integriert. Danach war X. Dersch Gemeindeschreiber in Waidhofen (Oberbayern) wo er 1926 wegen Urkundenfälschung und Betrug zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt wurde. Nach dem Weggang von Lehrer Hager 1922 war er bis zum 01.05.1923 Biersteuer-Kassier der Gemeinde Waidhofen, auch hier musste er wegen seines Geschäftsgebarens ermahnt werden.

Gemeinde-Schreiber in Waidhofen
Ingolstädter Anzeiger 1926

Es war nie eine Absicht, irgendwelche Behörden zu täuschen und die Polizei bei ihren Ermittlungen nach dem Mörder von Hinterkaifeck auf eine falsche Spur zu bringen.

(Franz Xaver Dersch in einer Aussage vom 11.12.1951)

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