# Call-Girl Ring

Ich möchte nicht gerade behaupten, dass wir in Bayern etwas brüte sind. Die Münchner Gesellschaft wusste schon um die Jahrhundertwende in Schwabing zu feiern und die Bacchusfeste nicht Bachfeste waren legendär. Auch ein GI aus Amerika besuchte München und als die Wagenkolonne am Marienplatz anhalten musste, stieg er kurzerhand aus dem Auto aus, was Passanten natürlich sofort bemerkten. Bevor es zu einem Auflauf kommen konnte, ging die fahrt weiter ins Moulin Rouge. Im Moulin Rouge gab es das beste Programm Bayerns, Weltstars! Sexbomben! Strip-tease-Serie a la Paris, Schönheitsdänze, Varieteprogramm und Laufstegrevue, also alles was das Herz begehrt. Der junge Mann aus Amerika spielte so unbekannte Titel wie Heartbreak Hotel, Hound Dog und Always on My Mind, heute eher vergessen. Damals, die gleiche Liga wie Taylor Swift heute. Skandal im Sperrbezirk von der Spider Murphy Gang soll bei Bierfesten nicht mehr gespielt werden dürfen, jetzt schwabbeln sie was von einer Empfehlung, haben wir den überhaupt keine Eier mehr in der Hose?

[Wirt stemmt sich gegen Verbot](https://www.rosenheim24.de/bayern/muenchen/skandal-im-sperrbezirk-oktoberfest-wirt-stemmt-sich-gegen-verbot-94324493.html)

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## Skandal im Sperrbezirk

Die folgende Geschichte hat sich im Sommer 1958 zugetragen. Die Münchner Polizei gab die Aufdeckung eines nach ihren Angaben gut organisierten und abgesicherten Call-Girl-Rings bekannt. Mehrere ehemalige Straßendirnen, die zum Teil auch jetzt noch ihrem Beruf nachgingen, hätten den Ring aufgezogen und im Stadtzentrum sowie in Schwabing elegant möblierte Wohnungen gemietet, wo ihre „Mitarbeiterinnen“ auf telefonische Vereinbarung „Kunden“ empfangen hätten.

&gt; In der Regel standen die Call-Girls, unter dehnen sich auch mehrere verheiratete Frauen befanden, von deren „Nebeneinkommen“ die Ehemänner keine Ahnung hatten…..

nach dem Bericht der Polizei von elf bis zwanzig Uhr für gut zahlende Kunden zur Verfügung. Die Honorare wurden an die jeweilige Kupplerin gezahlt, die ihrerseits die Call-Girls nach Gutdünken auszahlte. Dass es bei diesem Gehaltsmodus zu Streitigkeiten kam, erleichterte der Polizei ihre Aufgabe bei der monatelangen Beobachtung etwas. Da sich aber die Ringmitglieder untereinander nur mit Vor- und Spitznamen kannten, und durch Klingelzeichen gewarnt wurden, wenn vor den Appartements „die Luft nicht rein“ war, hatte die Polizei eine äußerst schwierige Aufgabe zu lösen. Wenn ungebetene oder unvorhergesehene Besucher in der jeweiligen Wohnung kamen, so berichtete die Polizei, saßen die Mädchen bei einer Strickarbeit und erklärten treuherzig, sie gehörten einem geselligen Zirkel an, der sich mit hausfraulichen Arbeiten beschäftigte. Die Polizei wollte nicht mitteilen, wie viele Frauen und Mädchen an dem Ring beteiligt gewesen und ob Verhaftungen vorgenommen worden sind. Auch über eine eventuelle „Kundenkartei“ wurde am Donnerstag noch Stillschweigen gewahrt.

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Eine Kundenkartei sollte man eigentlich nicht anlegen, außer sie betreiben einen Lolita – Express für Leute der Upper class, die außerhalb von Gesetz und Ordnung stehen.Meistens genügt der Vorname.

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Nie auf frischer Tat erwischen lassen, meine Herren, dass gilt für Langfinger genauso wie für Langfing-fang und auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt genug Fallbeispiele von Frauen, die ihre Männer schon auswendig runter Beten können ohne einen Beichtstuhl betreten zu müssen. Da wird es schwierig, Verschwiegenheit ist eine Tugend. Sie sollten sich vorsehen, wenn sie aufgeflogen sind, hilft alles nichts. Sollten sie Glauben ihre Frau sei zunächst schüchtern oder naiv dann haben sie schlechte Karten. Wenn ihre Frau den Beschützer-Instinkt bei anderen Männern weckt, dann haben sie es mit einer Berufsschauspielerin zu tun, dann schicken sie lieber ein Stoßgebet zum Himmel und eine Zeitlang sollten sie der Großwildjagd abschwören. In Bayreuth musste sich das Gericht in den 1950er Jahren mit einem Sonderfall befassen. Die Postangestellte Babette war dahinter gekommen, dass ihr Ehemann sich mit einer anderen Frau insgeheim traf. Sie begab sich in deren Wohnung und biss in der Wut über ihre zerstörte Ehe der Rivalin die Nase ab. Die so Gemaßregelte musste für einen Monat ins Krankenhaus und 16 Operationen über sich ergehen lassen, bis der Schaden ohne Entstellung für sie wieder behoben war. Babette bekam als Strafe für ihre Tat einen Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist. Außerdem muss sie die Prozesskosten tragen und 1200 Mark für die Operation der Rivalin bezahlen. Überdies verlor sie ihren Mann, weil es nach dem Vorfall zur Scheidung kam. Jetzt wissen sie warum Schönheitschirurgen heutzutage Hochkonjunktur haben.
