Kategorie: Bluttat

Eine Straftat, bei der normalerweise Blut fließt, wie Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung oder auch Körperverletzung.

  • Die Morde vom Pernleitenhof, ein mysteriöser Mordfall aus Österreich

    Auf einem einzeln liegendem Bauernhof im niederösterreichischem Mostviertel werden fünf Erwachsene und sechs Kinder ermordet aufgefunden. Zwei in ihren Betten schlafende Kinder überleben den Mordanschlag. Eine russische Kommission untersucht den Mordfall zwei Tage lang, kommt aber zu keinem Ergebnis, dass Angehörige der Roten Armee mit dem Fall etwas zu tun haben könnten, obwohl am Abend des Mordtages zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Uniformierte Ausweiskontrollen am Hof durchgeführt haben. Die österreichische Kriminalpolizei darf erst danach ermitteln. Die später aufgefundenen Projektile und Hülsen tragen eindeutig Verfeuerungsmerkmale russischer Maschinenpistolen. Soweit Wolfgang Haidin in seinem Buch: „Das Massaker am Sternleitenhof“ oder auf der Website von Wolfgang Haidin https://www.wolfgang-haidin.at/das-massaker-am-sternleitenhof. Eigentlich ganz einfach, wer die Täter waren oder vielleicht doch nicht? Neun Opfer werden mit einem Schuss hingerichtet, zwei mit einem Rühr-holz erschlagen. Gerüchteweise wird dieser Mordfall mit angeblich sehr reichen Ungarn, die in den letzten Kriegsmonaten vor der heranrückenden Roten Armee aus ihrer Heimat geflüchtet sind, in Zusammenhang gebracht. Ein ungarischer Versorgungsstab ist ab Jänner 1945 am Hof einquartiert, wird von Soldaten der Deutschen Wehrmacht entwaffnet. Vor ihrer Weiterflucht sollen sie dort wertvollen Schmuck versteckt haben, den der Bauer Jahre später nach Ende des Krieges auf deren Verlangen nicht wieder herausrücken will. Er rechtfertigt sich damit, dass die Russen alles gestohlen hätten. Zeitzeugen, deren Aussagen in einem 200-seitigen Erhebungsakt protokolliert sind, erklären, dass am Hof Wochen vor dem Überfall sehr große Angst geherrscht hat. Der ungarische Knecht Lajos Amhofer wollte den Pernleitenhof verlassen, es war sein letzter Arbeitstag, auch er musste mit seinem Leben bezahlen. 25 Jahre zuvor kam die Magd Maria Baumgartner auf den Hinterkaifecker-Hof bei Waidhofen (Oberbayern). Bevor sie am nächsten Tag ihren ersten Arbeitstag am Hof beginnen konnte wurde sie von einem Unbekannten mit einer Reuthaue erschlagen.

    Quelle; Staatsarchiv München

    Der schon erwachsene und nicht mehr am Hof wohnende Sohn der Untermietfamilie Mayer versucht 1951 in dem Fall zu recherchieren, dem vier seiner Familienangehörigen zum Opfer gefallen sind. Schon nach kurze Zeit wird er in einem Brief aufgefordert, „…dies gefälligst sein zu lassen, ansonsten es ihm wie seiner Familie ergehen werde….“.

    Ybbstaler Wochenblatt, Waidhofen an der Ybbs, Freitag, 31.Oktober 1947

    Es gibt auch einen Podcast in zwei Teilen

    https://shows.acast.com/64d0b82e2b59650011851229/episodes/das-massaker-am-pernleitenhof-12-blutiger-oktoberabend

    https://shows.acast.com/64d0b82e2b59650011851229/episodes/das-massaker-am-pernleitenhof-22-die-verdachtigen

    Bluttat in Hatzenbach

    Bei einem Überfall auf ein kleines Gasthaus in Hatzenbach (Niederösterreich) in der sowjetisch besetzen Zone wurde der Sohn der Inhaberin getötet, die Inhaberin und ihre Tochter verletzt. Drei schwerbewaffnete Männer drangen in das Gasthaus ein, schlugen die überraschte Besitzerin nieder, töteten den 29 jährigen Sohn mit einer Axt und verletzten die Tochter durch Messerstiche. Mit einer Beute von sechshundert Schilling entkamen sie unerkannt. Zum Vergleich, auf dem Pernleitenhof ließen die Täter acht Jahre zuvor fünfhundert Schilling einfach liegen. Während des Überfalls feuerten die Verbrecher mehrere Schüsse ab. Die aufgefundenen Geschosshülsen sollen sowjetischen Ursprungs sein. Die sowjetische Militärbehörden haben mit der österreichischen Polizei eine gründliche Untersuchung des Falles eingeleitet.

    Wasserburger Anzeiger; 02. August 1955

    Der österreichische Staatsvertrag trat ratifiziert am 27. Juli 1955 in Kraft, bis zum 19. September 1955 mussten auch die sowjetischen Besatzungssoldaten Österreich verlassen.

  • Schwere Bluttat mit Stiletto auf offener Straße

    Eine schwere Bluttat forderte auf offener Straße im Zentrum von Augsburg zwei Menschenleben. Wie die Polizei mitteilte, erstach der 54 jährige Schneider Ludwig Hertle aus Augsburg mit einem kleinen Stilett den 55 Jahre alten ehemaligen Kriminalbeamten Karl Grahammer aus Augsburg und dessen Begleiterin, die 40 jährige Schneiderin Charlotte Thomann aus Augsburg, nach einem kurzen Wortwechsel in der Nähe des Stadttheaters. Hertle stieß zunächst der Frau das Messer bis ans Heft ins Herz, so dass der Tod auf der Stelle eintrat und rammte daraufhin dem Begleiter die Klinge in den Leib. Der Mann starb auf den Wege ins Krankenhaus. Der Messerstecher konnte unmittelbar nach der Tat von einem Polizisten festgenommen werden. Nach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich um eine Eifersuchtstat.

    03.12.1955

    Ein Stilett (von lateinisch Stilus: metallischer Griffel, Schreibstift; auch Stiletto aus dem Italienischen entlehnt) ist eine Stichwaffe aus der Familie der Dolche mit schlanker, sehr dünner und spitzer Klinge, nicht selten mit einem drei- oder viereckigen Querschnitt. In seinem Ursprungsland Italien nannte man diese Waffe auch „Misericordia“ (lat. „Barmherzigkeit“), im deutschen Sprachraum „Gnadengeber“, „Gnadenbringer“ oder „Gnadgott“.

    Stilett – Wikipedia

  • Einer der schlimmsten Serienmörder Österreichs

    Vor mittlerweile 82 Jahren ermordete der Gelegenheitsarbeiter Franz Podritschnig in der Petutschnig-Keusche im Wölfnitzgraben sechs Mitglieder der Familie Verschnig bestialisch – darunter fünf Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren. Obwohl die schreckliche Bluttat nun schon mehrere Jahrzehnte zurückliegt, hat sie sich in das kollektive Gedächtnis der Griffner eingeprägt, wie Valentin Hauser, Chronist und Historiker aus Leidenschaft, zu berichten weiß.

    Valentin Hauser hat ein Buch darüber geschrieben und zwar mit gesicherten Fakten und nicht mit irgendwelchen dubiosen Theorien.

    Die Gewalttat versetzte die Bevölkerung in großen Aufruhr. Viele Familien verbarrikadierten sich aus Furcht vor dem sich auf freiem Fuß befindenden Täter nachts regelrecht in ihren Häusern,schildert Hauser die Reaktionen der Dorfbewohner auf das in ihrer ländlichen Idylle nahezu unvorstellbare Ereignis.

    Dass den Opfern Podritschnigs zum 80. Jahrestag des Verbrechens ein offizielles Gedenken zuteil wird, erachtet Valentin Hauser als berührend würdevollen Akt. Er würde es jedoch begrüßen, wenn darüber hinaus an dem Tatort im Wölfnitzgraben eine Gedenktafel oder ein Holzkreuz – „So bescheiden wie Familie Verschnig gelebt hat!“ – an die Toten erinnern würde, damit sie nicht dem Vergessen anheimfallen.

    Vor drei Jahren wurde das Marterl in Hinterkaifeck noch saniert, Ende August 2022 wurde es vom Eigentümer des Grundstücks kurzerhand entfernt

    Schrobenhausner Zeitung,November 2020


  • Die Morde auf dem Hof Stotter in Westfalen

    Entweder ein Fall für die „Westfälische Miss Marple“ aus Münster Georg Wilsberg oder das Tatort-Team aus Münster Thiel und Boerne. Rinkerode liegt gerade mal einen Steinwurf von Münster entfernt, in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1945 wurden unter bis heute ungekärten Umständen auf dem Hof Stotter neun Menschen ermordet. Polizei und Provinzial-Militärregierung fanden viele Spuren. Die Täter konnten nie ermittelt werden. Ich hoffe, das eines Tages das Team Wilsberg und das Tatortteam Münster einmal gemeinsam in so einem Fall ermitteln, deshalb habe ich die Kurzaussagen von Wilsberg, Thiel und Boerne hinzugefügt.

    Georg Wilsberg meint: „Der Täter kann nur aus einer Nervenheilanstalt entsprungen sein“.

    Thiel meint:“Ne, Ne Freunde, das ist einer aus der Nachbarschaft“.

    Professor Boerne meint.“Was hat die Leichenfundortuntersuchung mit rechtsmedizinischer Leichenschau im Vorfeld der Obduktion ergeben“.

    Thiel: „Mensch, Boerne, wir schreiben 1945“.

    Die Opfer waren der Landwirt Josef Stotter, seine Frau sowie drei Söhne im Alter von sechs, vier und einem Jahr. Es gibt aber noch mehr Opfer, die Haushaltshilfe G.Frankmölle und H. Olschewski,deren Bruder und den nur als Gast anwesenden F.Dobersek. Dobersek wurde nicht in Rinkerode beerdigt. Viele ältere Rinkeroder können sich noch heute daran erinnern. Gerüchte, was genau in jener Nacht geschehen sein könnte, gab es viele, konkrete Beweise aber keine. Am Morgen de 12. Juni 1945 wurden zunächst die Nachbarn aufmerksam, dass das Vieh auf der Weide unruhig und noch nicht gemolken war und auf dem Hof sich nichts rührte. Die in der Nacht vernommenen Schüsse ordneten viele als weiter entfernt ein. Der damalige Bürgermeister Brockmann war von Landwirt J. Voß verständigt worden, der mit anderen Nachbarn das Haus schließlich betreten und die Opfer gefunden hatte. Die Schränke waren durchwühlt und vieles mitgenommen oder zerstört worden. Der Polizist Kowalski gab zu Protokoll: Dort bot sich mir ein grausiger Anblick. Das ganze Innere des Hauses war verwüstet“. Die anschließenden Ermittlungsergebnisse brachten viele Indizien, zeigten auch unzureichende polizeiliche Arbeit kurz nach Kriegsende. Es muss zwei Zeuginnen gegeben haben. Die Nachbarn trafen morgens zwei Frauen aus Lüdenscheid an. Sie hätten als sogenannte „Hamsterer“, Stadtbewohner die auf der Suche nach Lebensmitteln aufs Land fuhren, in jener Nacht in der Stotterischen Scheune übernachtet. „Wollen wohl Lärm gehört, aber nichts gesehen haben“, berichtet Polizist Kowalski. Bei seinem Eintreffen seien sie bereits weg gewesen. Weitere Kontakte zu beiden, obwohl Name und Adresse bekannt waren, wurden auch danach nicht vernommen. Das Zeugen erst nach Jahren vernommen werden, eigentlich keine Seltenheit. Es kamen ehemalige Zwangsarbeiter in Verdacht, die Familie selber hatte Kleidungstücke und Ähnliches versteckt die auffälliger Weise geplündert wurden. Der Bürgermeister hat seine eigene Theorie zum Tathergang. Der jungen Haushaltshilfe könnte von den Einbrechern versucht worden sein Gewalt anzutun und dabei die Situation eskaliert sein. Zum anderen, dass bei der Abwehr der Ausplünderung jemand getötet wurde und unter den Einbrechern jemand Bekanntes war. Um eine Bloßstellung zu verhindern seien dann alle getötet worden. Zu der Auffassung sei auch der britische Sicherheitsoffizier gekommen. Brockmanns persönlicher Eindruck ist, dass nach dem „fast geräuschlosen ausgeführten Verbrechen, mindestens eine Person unter den Tätern mit dem Hof und allen Einzelheiten vertraut sein musste“. Die genauen Hintergründe der schrecklichen Ereignisse in jener Nacht wurden und werden wohl auch nicht mehr zu klären sein.

    Das kennen wir doch, Wilsberg ist sprachlos, Thiel schimpft auf den Polizisten Kowalski und Professor Boerne murmelt etwas unverständliches vor sich hin.

    Die Geschichte stammt aus den Westfälischen Nachrichten vom 23.03.2016 von dem Autor Philipp Heimann, ich habe sie etwas gekürzt.

  • Der Raubmord an dem Wirt Johann Harlander

    Am Dienstag dem 05. Oktober 1920 stand im Rosenheimer Anzeiger ein kleiner Bericht, der aber die Menschen beidseits der Grenze aufhorchen lies. Der allseits beliebte Gastwirt von Wildbichl Herr Johann Harlander ist gestern in den frühen Morgenstunden einem schnöden Raubmörder zum Opfer gefallen. Als er früh 6:00 Uhr mit zwei Pferden und Wagen nach Kufstein fahren wollte, um Wein und größere Einkäufe zu besorgen, wurde er eine halbe Stunde von Wildbichl entfernt am Gehölz vom Obersteinhäusl von einer unbekannten Person überfallen, die ihm jedenfalls nach vorausgegangenem heftigen Kampf tödliche Messerstiche in den Rücken und in die Armschlagader beibrachte. Nachdem sich der Mörder seines Geldes mit der Uhr bemächtigte, verwickelte er den Unglücklichen in die Räder des Wagens, um einen Unglücksfall vorzutäuschen. Der so plötzlich aus dem Leben gerissene Herr Harlander stand im besten Mannesalter von 30 Jahren und hinterlässt eine ihm erst im vorigen Jahr angetraute Gattin mit einem unmündigen Kinde. Den Hinterbliebenen wendet sich allseitige Teilnahme zu.

    Der Zeitungsartikel vom Samstag dem 09. Oktober 1920 beschreibt die Beerdigung des Opfers, dass sogar Leute aus Hohen- und Niederaschau auf bayerischer Seite zur Beerdigung nach Niederndorf gekommen sind. Es wird in dem Artikel auch ein dringend der Tatverdächtiger Holzkneckt präsentiert. Jetzt ist nicht mehr von einem Messer die Rede sondern von einer Hacke, mit dem der Täter sein Opfer erschlug. Auch das geraubte Geld und das Tatwerkzeug konnte bisher nicht gefunden werden. Am Mittwoch dem 13. Oktober 1920 schrieb der Rosenheimer Anzeiger, es ist wohl nicht mehr daran zu zweifeln, dass man in der Person des A. den Mörder des Wirtes von Wildbichl ergriffen hat. A. ist ein amtsbekannter Wilderer und Schmuggler. Nach der Tat fand man in seinem Rucksack eine blutbefleckte Hose.

    Bei einem Gespräch mit einer Nachfahrin von Johann Harlander kristallisierten sich noch einige Details heraus. Der Täter hat im Gasthaus musiziert, er war sehr gut bekannt, man konnte nicht ahnen, dass er zu so einer Tat fähig war. Er wurde im Gefängnis von einem Mithäftling oder Mithäftlingen erschlagen. Er soll noch drei andere Raubmorde begangen haben, die er wahrscheinlich kurz vor seinem Tod einem Gefängniswärter gestanden hat. Die Gedenktafel wurde wegen einer Weg Verbreiterung entfernt, ich hoffe, dass sie eines Tages wieder am selben Ort aufgestellt wird, wo das Verbrechen 1920 begangen wurde.

  • Der Raubmord an der Familie Wegscheider und Ebster

    Vielleicht schreibe ich diese Geschichte, weil mir gerade der Bäcker-Bärtl einfällt. Zugetragen hat sich diese Geschichte im Sommer 1890 in dem damals noch nicht vom Fremdenverkehr erschlossenen Ort Arnbach bei Stumm im Zillertal.

    In der Anklageschrift von Landgerichtsrat Josef v. Moor heißt es:

    Josef Schalk (Schreiner und Maurer) und Martin Mutz (Bäckergehilfe) haben in verabredeter Verbindung und in gegenseitigem Einverständnisse in tückischer Weise und in Absicht zu töten, die 70 Jahre alte Therese Ebster (Witwe), die 30 Jahre alte Julie Wegscheider (Witwe), samt den beiden Kindern der letzteren, Katharina, kaum 8 Jahre alt, und Johann, 6 Monate alt, in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober vorigen Jahres im sogenannten Pinzgerwirt, oberhalb Mitterarnbach bei Stumm im Zillertal, durch Schläge mit einem stumpfen Werkzeug auf den Kopf getötet, um sich ihrer beweglichen Sachen zu bemächtigen; bei Angeklagten haben in der Nacht und im genannten Hause, um die Spuren ihrer Tat zu verwischen, in der Küche einen Holzstoß mit Petroleum begossen, die Leichen der 3 Frauens Personen hineingeworfen und in Brand gesteckt, somit eine Handlung unternommen, aus welcher nach ihrem Anschlage eine Feuersbrunst hätte entstehen können.

    Warum fallen mir hier immer wieder die aufgeschichteten und abgedeckten Leichen der Familie Gruber/Gabriel im Stadel in Hinterkaifeck ein, als wenn man die Leichen anzünden wollte.

    Am 13. Oktober 1890 kam kurz nach 7:00 Uhr das 3 3/4 Jahre alte Mädchen Adelheid Wegscheider nur mit einem Röckchen bekleidet, zitternd und weinend zum Seglerhause in Mitterarnbach und erzählte der Bäuerin Maria Bischofer folgendes: „Die Mutter liegt im Feuer und die Patin auch, und die Katl haben zwei Buben erschlagen. Der Bruder Hans hat geweint und dann haben sie es diesem auch getan. Weiter sagte Adelheid, dass die Täter dann Schnaps getrunken haben und die Kästen aufgemacht haben. Adelheid hatte nur deshalb überlebt, weil sie sich unter einem Leintuch versteckt und ruhig verhalten hatte. Danach muss Adelheid eingeschlafen sein, der Rauch dürfte das Kind aufgeweckt haben, das Kind ging dann den Hausgang hinab und öffnete die Küchentür. Dort muss sie die brennenden Leichen gesehen haben und die Tür wieder verschlossen haben.

    Über ein Gaststubenfenster muss Adelheid dann das Gebäude verlassen haben.

    Johann Wegscheider wurde später im Bett mit eingeschlagenem Schädel gefunden. Bei der Obduktion stellte man fest, dass alle 3 Frauenspersonen durch Schläge auf den Kopf zuerst getötet und dann ins Feuer gebracht worden sind. Bei Julie Wegscheider wurde auch konstatiert, dass sie Würgespuren am Hals trug, und bei der Leiche der Therese Ebster, die überhaupt grässlich zugerichtet war, so waren fast alle Schädelknochen abgängig, das Brustbein war zertrümmert, beide Schlüsselbeine und fast sämtliche Rippen der rechten Seite waren gebrochen, es wurden auch Verletzungen in der Bauchhöhle vorgefunden, die offenbar von einem Messer herrührten. Auch die Leber war an der linken Seite durchschnitten.

    Durch die kleine Adelheid und ihre Täterbeschreibung kam man ziemlich schnell auf zwei vagabundierende Handwerksburschen, die es auf Diebstähle auf Einzelgehöfte abgesehen hatten.

    Es kam zu einer Verfolgungsjagd und die beiden Burschen konnten in Kaltenbach im Zillertal geschnappt werden. Natürlich hatten beide ein Vorstrafenregister, dass die Ermittler in Staunen versetzte. Bei der Gerichtsverhandlung ging eine allgemeine Bewegung durch den Gerichtssaal als die 3 3/4 Jahre alte Adelheid Wegscheider aus dem Waisenhaus Innsbruck ihre Aussage machte. Ziemlich kurz und präzise sagte das Kind, dass die Lödter (Männer) ihre Mutter verbrennt haben und diese geschrien habe. Helft mir.

    Den Mördern blieb aufgrund ihres jugendlichen Alters die Todesstrafe erspart.

    Quelle; WBA Wasserburg 1890