Soweit mir bekannt steht es für ein unaufgeklärtes Tötungsdelikt, in Bayern gibt es keine speziell geschulte Einheit, die sich nur mit unaufgelösten Altfällen beschäftigt. Es ist ein schwieriges Unterfangen, Zeugen, Nachbarn, leben oft nicht mehr oder sind ausgewandert, es ist ein Job, in dem der Blutdruck steigt, mit jedem Indiz ergeben sich oft neue Fragen. Fallanalyse kann helfen, den Täterkreis einzuschränken, aber ein Allheilmittel ist es nicht. Es gibt wirklich gute Leute bei der Kriminalpolizei, die durch ihr jahrelanges Engagement zum Beispiel den Fall Lopez oder Renate B. aufklären konnten.
Manche Verbrechen lassen die Welt nicht los, weil die Wahrheit bis heute verborgen bleibt. 25 Cold Cases, die Ermittler und Öffentlichkeit seit Jahren beschäftigen.
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Unter den 25 Cold Cases ist auch der Fall eines Frankfurter Call-Girls.
Suche nach dem Mörder des Mannequins Rosa Nitribitt blieb bisher erfolglos
Frankfurt. – Die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach dem Mörder der am 01.November in ihrer Frankfurter Luxuswohnung erwürgt aufgefundenen 24 Jahre alten Rosemarie Nitribitt haben noch zu keinem greifbaren Erfolg geführt. Der Frankfurter Kriminaldirektor Albert Kalk teilte mit, dass im Zusammenhang mit diesem Mord noch niemand festgenommen worden ist. Die Arbeit der Polizei konzentrierte sich sich auf den Nachweis, ob die unter dem Spitznamen „blonde Rosie“ und „Gräfin Mariza“ bekannt gewesene Nitribitt auch in Erpressung verwickelt gewesen ist.
Die Polizei hat festgestellt, erklärte der Kriminaldirektor, dass Rosemarie Nitribitt in verschiedenen Fällen vorgetäuscht habe, sie erwarte ein Kind. Einmal habe sie sich ein ärztliches Attest ausstellen lassen und einem ihrer Freunde vorgelegt, der ihr dann tausend Mark gezahlt habe, weil sie angeblich ein Kind nicht zur Welt bringen wollte. Wie Kalk außerdem bekanntgab, habe sich die blonde Rosie gegenüber einem „namhaften Geschäftsmann“ als verheiratete Frau ausgegeben, deren Mann verreist sei. Bei einem Besuch in ihrer Wohnung soll sie dem Geschäftsmann erklärt haben, sie benötige dringend einen größeren Betrag, um eine Rechnung zu bezahlen. Der Besucher habe ihr darauf tausend Mark geschenkt.
Die Suche der Polizei richtet sich vor allem auf einen „schwarz-haarigen jungen Mann“, der erst wenige Wochen vor dem Mordfall die Bekanntschaft Rosemaries gemacht haben müsse. Es sei allerdings sehr schwer, ihn zu finden, da Rosemarie Nitribitt eine Vorliebe für schwarz haarige Männer gehabt habe. Der Kriminaldirektor teilte nicht mit, ob auch der junge Student schwarz haarig ist, den sie als Hauptlehrer für französischen Sprachunterricht engagiert haben soll. Kalk betonte, dass dieser Student jedoch nur „sehr geringe französische Sprachkenntnisse“ gehabt habe. Trotzdem soll die „blonde Rosie“ dem Student für jede Stunde Sprachunterricht nicht nur zehn Mark bezahlt, sondern ihn auch beköstigt und ihm ihre Zuneigung geschenkt haben.
11.11.57
Jetzt 8.000 Mark Belohnung im Mordfall Nitribitt
Das ermordete Mannequin hinterließ seiner Mutter eine Erbschaft in Höhe von 120.000 Mark
Frankfurt am Main.(UP) – Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Heinz Wolf teilte am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit, dass die Mutter des am Nachmittag des 01.November in ihrer Luxuswohnung in Frankfurt erwürgt aufgefundenen 24-jährigen Mannequins Rosemarie Nitribitt, Frau Hofmann, eine Belohnung von 5.000 Mark für die Aufklärung des Verbrechens ausgesetzt hat. Zusammen mit den 3.000 Mark, die der Oberstaatsanwalt bereits für den gleichen Zweck ausgesetzt hat, stehen nun insgesamt 8.000 Mark als Belohnung zur Verfügung.
In der gleichen Pressekonferenz musste der Oberstaatsanwalt aber zugeben, dass man bei den Ermittlungen immer noch „im Dunkeln tappt“. Der Bekanntenkreis von Rosemarie Nitribitt, die jahrelang zahlungskräftige Besucher aus allen Teilen der Bundesrepublik bei sich empfangen hatte und unter ihren Frankfurter „Berufskolleginnen“ eine Sonderstellung einnahm, habe sich als sehr ausgedehnt erwiesen. Bisher seien bereits über 120 Spuren verfolgt worden. Es sei jedoch anzunehmen, dass eine weitere Auswertung der Bildersammlung der „blonden Rosie“, „Rebekka“ oder „Gräfin Mariza“, wie das Mädchen in der westdeutschen Lebewelt genannt wurde, mindestens noch einmal die gleiche Anzahl neuer Spuren ergeben werden.
Mutmaßungen, dass Rosemarie Nitribitt ihren Umgang mit einflussreichen Männern auch für nachrichtendienstliche Tätigkeit ausgenutzt habe, hätten sich nicht bestätigt, betonte Oberstaatsanwalt Wolf.
Am Donnerstag wurde die Beschlagnahme des Geldes, des Schmuckes und des Mercedes 190-SL- Personenwagens der Ermordeten aufgehoben, nachdem Rosemaries Mutter vom Amtsgericht einen Erbschein als Alleinerbin erhalten hatte. Wie ein Beauftragter der Erbin erklärte, ist die Erbscheingebühr nach einem geschätzten Wert der gesamten Hinterlassenschaft von 120.000 Mark berechnet worden.
15.11.57
Wie gesagt, es gab viele Verdächtige, Kriminaldirektor Albert Kalk war nicht unumstritten.
Mickey Bohnacker
Der „Rasender Reporter“ – bei ihm passt der Name übrigens hervorragend: Bohnacker fuhr schon 1951 ein sehr schickes und vor allem flottes Porsche-Cabrio. Der amerikabegeisterte Junge aus armen Verhältnissen, geboren in Frankfurt-Bornheim und dort 2017 auch gestorben, muss in seinen besten Zeiten glänzend verdient haben, arbeitete für eine internationale Bildagentur und für die Lufthansa, reiste um die Welt. Er fährt ihr drei – vier Nächte hinterher, kann in der Dunkelheit keine Fotos schießen. Macht sich Notizen und bietet sich später der Polizei als Zeuge an. Bohnacker machte die letzten Fotoaufnahmen von Rosemarie Nitribitt.
Bohnacker taucht in einer Liste der Pensionäre der Kriminalpolizei Frankfurter am Main auf.

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