
Der ehemalige Kaufmann und spätere Postkartenverleger Heinrich Nüsslein hatte mit seinen Trance-Bildern einen tollen Erfolg. Reiche Damen vom Berliner Kurfürstendamm ließen sofort den Mercedes satteln, brausten nach Nürnberg, drückten dem okkulten Maler raschelnde Zechinenscheine in die Pinselfinger und schwirrten mit den gekauften Bildern wieder ab.Wenn Nüsslein das Geld einkassiert hatte, versank er rasch wieder in den gewinnbringenden Trance-zustand und lies die Fingerspitzen über die unschuldige Leinwand sausen.Als er einmal gar nicht wusste, was er mit seinem Geld anfangen sollte, kaufte er das verwaiste Schloss des 1753 ausgestorbenen Geschlechts der Rieter von und zu Kornburg-Kalbensteinberg. Er lies das leicht verwilderte Gemäuer etwas herrichten und wohnte auch zeitweilig darin. Das Schloss wurde zur riesigen Gemäldegalerie des „Gespenster-Malers“. So nannten die Bauern der kleinen Marktgemeinde Kornburg , südlich von Nürnberg, den geschäftstüchtigen Heinrich Nüsslein. Der Maler starb vor etwa 20 Jahren, sein Ruhm starb gleichzeitig mit ihm. Mit seinen letzten Bildern spielen jetzt die Schlossratten von Kornburg Fußball, soweit ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1955.
Heinrich Nüßlein wuchs in kleinbürgerlichem Umfeld als Sohn des Feingoldschlägers Franz Ludwig Nüßlein und dessen Frau Marie, geb. Birkel, auf. Er besuchte die Volksschule und absolvierte danach eine Ausbildung in Buchdruck, Schriftsetzerei und Buchbinderei. Das anschließende Studium der Malerei an der staatlichen Kunstschule Nürnberg brach er nach einem Jahr wegen seiner schlechten Sehkraft ab. Er betätigte sich auch als Maler. Als Autodidakt entwickelte er eine eigene Technik, bei der er im Trancezustand okkulte Motive malte. Er schuf zahlreiche Werke, die unter anderem in der Londoner Alpine Club Gallery und Chester Gallery sowie im Roerich-Museum in New York ausgestellt wurden. Sie stießen bei Kunstkritikern und Medien durch ihre Eigenheit auf großes Interesse. Quelle: Wikipedia


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