Bankhaus Kugler

Kugler Bank
Kugler Bank

Der vor einiger Zeit flüchtig gemeldete Bankier Kugler von hier hat sich am Freitag in München der Polizei gestellt. Kugler, der unter Mitnahme bedeutender Beträge scheinbar in der Absicht, ins Ausland zu fliehen, nach Bad Tölz fuhr, sich aber jetzt stellte, gab als Beweggrund an, dass er sich in seinem Geschäft nimmer auskannte. Das Bankgeschäft Kugler ist in Konkurs getreten. Die Aussichten für die Gläubiger sind sehr gering, da nennenswerte Vermögensstücke nicht vorhanden sind. Am meisten geschädigt ist die Bayerische Vereinsbank, welche Kugler Wertpapiere für einige Milliarden in Kommission überließ.

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Die Geschichte vom Bankhaus Kugler spielt 1923, ein Jahr nach Hinterkaifeck. Es fallen mir einige Dinge auf, warum fuhr er nach Bat Tölz? Er hätte doch die Grenze bei Kufstein locker mit dem Zug erreicht. War er vielleicht beim Bund Oberland und was hat den Konkurs ausgelöst?

Er kannte sich in seinem Geschäft nicht mehr aus, ein Bankier? Als ich den Namen Bayerische Vereinsbank las, war mein erster Gedanke, Hauptfinanzier der bayerischen Einwohnerwehr. Bayrische Vereinsbank stiftete 200.000.00 Mark für die Zwecke des Ausbaus der Einwohnerwehren in Bayern.
(05.Juli 1920 an Bezirksamtmann S C H N E I D E R)

Konto der Einwohnerwehr „B e d e a Nr. 13897 bei der
Bayrischen Hypotheken und Vereinsbank“.

Was für Zufälle. Kugler kennt sich nicht nur im Wertpapierhandel aus, er kennt sich auch in Steuerangelegenheiten aus. Kugler war zum Tatzeitpunkt erst 27 Jahre alt, etwas jung um ihm Wertpapiere ohne Sicherheiten in Kommission anzuvertrauen und war er allein?

„Einige Tage nachdem der Raubmord in Hinterkaifeck entdeckt wurde, saß ich in der Kugler-Wirtschaft in Schrobenhausen. Am Tisch erzählte mir ein unbekannter Arbeiter, daß ein Zimmermann von Waidhofen abends von Gröbern und über Kaifeck nach Waidhofen ging. Wie er (der Zimmermann) an dem Hinterkaifeckhof vorbeiging, kam eine ziemlich große Mannsperson aus dem an der Rückseite des Anwesens befindlichen Backofen u. leuchtete ihm ins Gesicht. Darauf soll dieser wieder in dem Backofen verschwunden sein ohne ein Wort gesprochen zu haben. Den Namen des Arbeiters, sowie des in Frage kommenden Zimmermanns kann ich nicht angeben.“ (Aussage Beckenlechner 01.06.1922)

Eine Kugler – Wirtschaft gab es auch noch, das musste doch mit dem Teufel zu gehen, wenn da nicht noch mehr war. Also Zeitungsberichte durchforsten und auf Auffälligkeiten achten und ich wurde fündig.

Dillingen. Durch Feuer ist die Kunstwollfabrik Gebrüder Kugler vollständig zerstört worden. Die Fabrik sowie das Wohngebäude wurden in Schutt und Asche gelegt. Das ganze Mobiliar und sämtliches Eigentum des Besitzer mit Ausnahme der Bücher ist verbrannt. Der Schaden wird auf eine halbe Million geschätzt. Das Anwesen war zu 370.000 Mark versichert. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

Kugler,Dillingen
Kugler,Dillingen

Was ist den da passiert, eine Kunstwollfabrik fliegt in die Luft, sofort war ich überzeugt, ein geheimes Waffen- und Munitionslager ist in die Luft geflogen und das ganze vor der Ermordung der Hinterkaifecker. Hatte Andreas Gruber etwa an die interalliierte Militärkommission in München geschrieben? War Erpressung im Spiel? In welche Geschäfte waren Andreas Gruber und Viktoria Gabriel verwickelt? Dann vielen mir auch noch die ungarischen Eisenbahnaktien ein. Die müssen über den Eisenbahnknotenpunkt Dillingen Waffen und Munition nach Ungarn verschoben haben, ich war begeistert, das ist die Lösung, dass ist dass Geheimnis von Hinterkaifeck.

Was für eine Rolle spielte Adolf Gump

Adolf Gumps Mutter Rosalie war eine geborene Kügler (Kugler). Adolf Gump war ab 1919 Mitglied beim Freikorps Epp, ab 1920 war er beim Freikorps Oberland. Das Freikorps Oberland wandelte sich nach verordneter Auflösung in den Bund Oberland um. Ende 1921 wurde Horadam Mitglied der Bundesführung des Bundes Oberland und 1922 stellvertretender Geschäftsleiter. Ab Juli 1922 war er Leiter der Finanzabteilung des Bundes Oberland und Leiter der Oberland-Landesstelle für Schwaben und Niederbayern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Horadam

Es gab Vorwürfe der Unterschlagung von Rüstungsmaterial, dass hätte an die Reichswehr zurückgegeben werden müssen. Auch der Führer der bayerischen Volkspartei (BVP) bekannte Georg Heim war wiederum mit einem Hauptmann Berthold vom Bund Oberland bekannt.

Siehe auch: https://bayernmord.de/josef-gabriel-der-schwager-von-viktoria-gabriel/

Dann kam der Dämpfer, es handelt sich nicht um Dillingen sondern um Villingen und dazwischen liegen über 180 km, und wieder alles auf Anfang.


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